Projekt
Stellungnahme zum Thema „Leitungsmodelle“
Stand 1. Dezember 2021
Ist-Analyse
Großes Gefälle zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, aber auch zwischen geweihten und nicht-geweihten Hauptamtlichen.
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Hierarchisch – letzten Endes entscheidet der Pfarrer
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Möglicherweise Ängste vor „Machtverlust“ bzw. vor Aufweichen des Alleinstellungsmerkmals „Priester“ / „Seelsorger/in“ bei Hauptamtlichen
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Resignation, Frustration, innerer oder sogar faktischer Rückzug der Ehrenamtlichen, wenn sie sich als ohnmächtig gegenüber der kirchlichen Hierarchie erleben
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Bezogen auf persönliche Ressourcen – Ehrenamtliche haben Brotberuf (damit einhergehend vielleicht auch eine gewisse „Überalterung“ in den Gremien, weil jüngere Menschen sich auf Beruf konzentrieren müssen)
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Fehlende Möglichkeiten der Vernetzung für Ehrenamtliche außerhalb des eigenen Wirkungsbereichs
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Vorhandene Aus- und Weiterbildungsangebote für Priester werden in vielen Fällen nicht wahrgenommen, was keine Konsequenzen hat.
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Keine gemeinsamen Aus- und Weiterbildungen für Hauptamtliche und Ehrenamtliche bezüglich der Leitungsaufgaben
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Vorgegebene Leitungsmodelle passen nicht in jeder Pfarre gleichermaßen zu Rahmenbedingungen und handelnden Personen
Vision
Wir alle sind Kirche und tragen Verantwortung für unsere Zukunft als christliche Gemeinschaft. Hierarchien werden eingeebnet, Hauptamtliche und Ehrenamtliche begegnen sich und arbeiten miteinander auf Augenhöhe. Die Verantwortung für die Gemeinde wird geteilt und gemeinsam getragen. Die Aufgaben der Seelsorge und die Aufgaben der Verwaltungstätigkeit werden klar definiert, die Verantwortlichkeiten dafür klar und transparent festgelegt. Die Rahmenbedingungen sind für jede einzelne Pfarre in der ED Wien unterschiedlich, daher gibt es auch unterschiedliche Leitungsmodelle. Die ED Wien traut ihren Hauptamtlichen und dem Kirchenvolk zu, verantwortungsbewusst neue Wege zu beschreiten. Es gibt Leitungsmodelle auf Zeit und ad experimentum mit verpflichtender Evaluierung. Hauptamtliche und Ehrenamtliche erhalten eine klare Beauftragung durch ED und Gemeinde. Die zentrale Frage bei Einsetzung von Leitung muss lauten: Welche Kompetenzen braucht diese Leitung? Hauptamtliche haben nicht automatisch qua Funktion Leitung inne, Ehrenamtliche sind nicht nur „Lückenbüßer/innen“, Leitung wird von Hauptamtlichen und / oder Ehrenamtlichen auf Grund ihrer Leitungskompetenzen gleichberechtigt ausgeübt.
Was muss geschehen?
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Bereitschaft Neues auszuprobieren
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Breiter Diskussionsprozess über die Zukunft der PGR in der ED Wien, nicht nur im Vikariatsrat
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Ausbildung und Fortbildung in großer Bandbreite:
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Erkennen und Stärken der Kompetenzen von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen
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Gemeinsame Fortbildung für Hauptamtliche und Ehrenamtliche, wo es um gemeinsame Verantwortung geht
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Aus- und Fortbildungsangebote, die zeitlich und örtlich auf Ressourcen Rücksicht nehmen, also z.B. in Pfarren vor Ort, als Hybridveranstaltung, an unterschiedlichen Wochentagen und zu unterschiedlichen Tages- und Abendzeiten…
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Stärkung der Teambildungskompetenzen für Hauptamtliche und Ehrenamtliche
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Klare Rollenbilder für Hauptamtliche und Ehrenamtliche
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Klare Rollenbilder für Funktionen
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Richtlinien für Ehrenamt in der Kirche
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Richtlinien für die Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen
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Anlaufstelle für Ehrenamtliche in der ED mit klaren Kompetenzen (Beratung, Aussprache, Aufgreifen von Problemen in Zusammenarbeit mit Hauptamtlichen…)
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Stärkung der Rolle der PGR